Der Königspython gehört zur Gattung Python, die derzeit ca.7 Arten erfasst.
Der Name Python regius ist der wissenschaftliche Name. Auf deutsch heißt es Königspython. In England Royal pyton und in Amerika nennt man ihn Ball python. Der Name kommt auch daher, dass er sich wie ein Ball zusammenrollt, wenn er Angst hat. Königspython sind mit einer max. Gesamtlänge von ca. 2 Meter die kleinste Art in der Gattung der Pythons.
Aufbau/Systematik Königspython:
Unterordnung: Schlangen (Serpentes)
Überfamilie: Wühl- u. Riesenschlangenartige (Boidea)
Familie: Riesenschlangen (Boidea)
Unterfamilie: Pythons (Pythonidae)
Gattung: Eigentliche Pythons (Python)
Art: Königspython
Herkunft / natürlicher Lebensraum:
Der natürliche Lebensraum des Königspythons liegt in den westlichen und zentralen Teilen Afrikas. Dort hat er perfekte Lebensbedingungen, tropisch-trocken mit Temperaturunterschieden zwischen 19 bis 43 Grad. Der Königspython ist aktiv, sobald die Dunkelheit eintritt.
Größe und Lebenserwartung:
Zur Größe des Königspython sei zu sagen, dass sie kräftig gebaut sind, der breite Kopf sich deutlich vom Körper absetzt und eine halbrunde Schnauze hat. Der Hals hingegen ist sehr schlank. Im Durchschnitt lässt sich sagen, dass ausgewachsene Tiere zwischen 90cm und 140cm an Körperlänge betragen. Die Weibchen sind üblicherweise größer als die Männchen. Gerade geschlüpfte Königspythons sind durchschnittlich 25cm bis 35cm lang. Es gibt auch adulte Weibchen, die eine Körperlänge von bis zu 200cm erreichen können.
Bei dieser Schlangenart ist von einer Lebenserwartung von ca. 20 Jahren auszugehen. Dies ist jedoch nur ein Durchschnittswert, denn bei sehr guten Bedingungen in Gefangenschaft können Königspythons auch mal 36 Jahre alt werden, sogar auch noch älter.
Wenn ich von „Gefangenschaft“ spreche, so ist an dieser Stelle zu sagen, dass sich Königspython hervorragend als Terrarientiere eignen, dies liegt daran, dass sie nicht besonders groß werden und recht einfache Pflegeansprüche stellen. Sie sind weder aggressiv noch scheuen sie sich vor Berührungen ihres Halters. Diese Art von Schlangen ist in ihren Bewegungen langsam und einfach zu handhaben.
Königspythons sind die kleinsten Vertreter der Gattung Python regius.
Gewicht:
Das Gewicht beträgt zwischen 1kg und 3kg. Weibchen sind in der Regel etwas größer und schwer als die männlichen Vertreter der Ballpythons.
Beschuppung:
Das Rostrale (= Kopfschuppe der Schlange) ist groß und deutlich abgesetzt. Die Internasalia (= Schuppen auf der Oberseite der Schnauze) sind lang und zugespitzt. Die vorderen Präfrontalia (= Vorstirnschilder) sind ebenfalls groß und deutlich hervorgehoben. Dahinter folgt ein Band unregelmäßig geformter Schuppen, die wahrscheinlich die hinteren Präfrontalia darstellen. Das Frontale ist meist groß und zweigeteilt, kann aber auch nur als eine Gruppe unterschiedlich großer, unregelmäßiger Schuppen ausgebildet sein. Die Supraocularia (= Überaugenschild) sind groß und ungeteilt oder bestehen aus mehreren kleineren Schuppen. In der Seitenansicht befinden sich zwischen dem großen Nasale und dem Auge des Königspythons eine schwankende Zahl unterschiedlich großer Lorealia (= Zügelschilder) und zwei bis vier Präocularia (= Voraugenschilder). Es gibt 9 bis 11 Supralabialia (= Oberlippenschilder), von denen die ersten vier bis sechs tiefe Labialgruben tragen mit ziemlich schmalen, schrägen Schlitzen. Entweder grenzen die fünfte oder sechste Supralabiale direkt an das Auge oder zwischen diesen und dem Auge befindet sich eine Reihe von Subocularia (= Hinteraugenschilder). Die vorderen zwei bis drei Infralabialia (= Unterlippenschilder) zeigen rundliche Labialgruben.
Die Anzahl der Bauchschuppen des Python regius variiert zwischen 191 und 207, die Zahl der Subcaudalia (= Schwanzunterseitenschilder) zwischen 28 und 47 und die Anzahl der dorsalen Schuppenreihen in der Körpermitte zwischen 53 und 63.
Färbung:
Die Grundfarbe des Körpers eines Ballpythons ist hell- bis dunkelbraun. Häufig verläuft etwa im vorderen Körperviertel sowie in Schwanznähe auf der Rückenmitte ein mehr oder weniger kontinuierliches Band großer, gelblich brauner bis beigebrauner, runder oder langgezogener Flecken. An den Flanken weist die Art ebenso gefärbte, große, runde oder langovale, meist hell gerandete Flecken auf – häufig mit einem dunklen Zentrum. Diese Flecken erstrecken sich in der Körpermitte auch regelmäßig bis auf die Rückenmitte oder sind dort miteinander verbunden. Der Kopf zeigt einen hellen, breiten Augenstreif von den Nasenöffnungen bis zum Hinterkopf. Darunter schließt ein schwarzbraunes Band an, das bis zum Schnauzenwinkel reicht. Dieses wird hinter dem Auge durch ein weiteres helles Band nach unten begrenzt. Die Iris ist dunkel schwarzgrau. Die Färbung der Bauchseite ist weiß bis cremefarben.
Haltung:
Reptilien haben keine eigene Körperwärme und sind somit von ihrer Umgebung zur Wärmeaufnahme abhängig. Die Schlange kann erst aufgenommenes Futter verdauen und in Wachstum umsetzen, wenn sie eine geeignete Körpertemperatur erreicht hat. Auch nur so kann sie ein effektives Immunsystem aufrechterhalten. Der Königspython ist nachtaktiv. Es muss dem Königspython ein klarer Tag-Nacht-Rhythmus geboten werden. Dies zählt als Grundbedürfnis einer Schlange und nur so kann sie sich richtig eingewöhnen. Auch sollte das Terrarium nicht an einer Stelle stehen, wo ständig Menschen dran vorbeigehen. Hierdurch werden Erschütterungen verursacht.
Temperatur / Luftfeuchtigkeit Sommer:
Die Temperatur sollte im Sommer zwischen 28°C und 31°C betragen. Es sollte im Terrarium auch eine kühle Zone vorhanden sein mit einer Temperatur mit ca.26-28°C. Nachts ist es wichtig, dass die Temperatur um ca. 6°C absingt, aber nicht unter 24°C.
Die Luftfeuchtigkeit sollte im Sommer tagsüber um die 55 % bis 65 % betragen, um die 75 % nachts.
Temperatur / Luftfeuchtigkeit Winter:
Im Winter sollte die Temperatur tags zwischen 29°C und 33 °C betragen, nachts bis 24°C abgesunken werden.
Die Luftfeuchtigkeit sollte im Winter tags um die 50 % und nachts um die 65 % betragen.
Verhalten verstehen:
Schlangen brauchen Zeit, ihre Umgebung zu verstehen, sich einzugewöhnen und dem Zusammenleben mit uns Menschen Vertrauen entgegenzubringen.
Schlangen haben keine Augenlider. Sie schlafen bewegungslos mit eng zusammengezogener Pupille. Königspython sind dämmerungs- und nachtaktiv. Den Tag verbringen sie in Verstecken. In Gefangenschaft klettern junge Individuen gern, ältere Königspython sind überwiegend bodenbewohnend.
Ernährung / Fütterung:
Königspython ernähren sich ausschließlich von kleinen Säugern und Vögeln. Am besten ist es, wenn man die Möglichkeit dazu hat, sich die Futtertiere selbst zu züchten, da man hierbei natürlich die Qualität der Futtertiere selbst beeinflusst. Sodann hat man die Wahl Frostfutter, Lebendfutter oder frisch getötete Futtertiere anzubieten. Ich neige dazu, kein Lebendfutter anzubieten, da hier immer die Gefahr besteht, dass sich der Königspython ernsthaft verletzen kann.
Fortpflanzung::
Königspython legen im Schnitt zwischen 3 bis 14 Eier. Die Eiablage erfolgt in der Natur in Bauten von Nagern oder Schildkröten. Nach der Eiablage empfehle ich die Eier sofort in ein passendes Brutgerät zu überführen. Die Jungschlangen schlüpfen ca. in einem sehr engen Zeitintervall nach einer Brutdauer von 55 bis 65 Tagen. Sie wiegen durchschnittlich beim Schlupf im Mittel 50 g, haben eine Kopf-Rumpf-Länge von im Mittel 40 cm und eine Gesamtlänge von 43 cm. Die Jungschlangen beginnen in der Regel nach 20–40 Tagen zu fressen. Nach 6 Monaten wird sich ihr Gewicht auf im Mittel 200 g mehr als vervierfachen, die Kopf-Rumpflänge beträgt nun im Mittel 57 cm, die Gesamtlänge 62 cm.
Häutung (Exdyse):
Königspython häuten sich während ihres gesamten Lebens von Zeit zu Zeit. Folgende Gründe kann eine Häutung hervorrufen:
Ich empfehle ein Tagebuch über die Häutung zu führen (mit Datumsangabe), damit man sich genau einen Überblick über die Periodik verschafft, die für ein bestimmtes Tier normal ist. Auf diese Weise bemerkt man schnell, wenn etwas nicht stimmt. Häutung deshalb, weil die äußere Hautschicht der Schlange nicht dafür geeignet ist, mitzuwachsen. So muss sie also von Zeit zu Zeit durch eine neue Schicht ersetzt werden. Je mehr ein Königspython also wächst (Nahrungsaufnahmen), desto häufiger findet eine Häutung statt. Babyschlangen häuten sich im Schnitt alle vier bis acht Wochen. Sobald sich das Wachstum dann verlangsamt, werden auch die Abstände zwischen den Häutungen größer. Kranke Königspython häuten sich oftmals mehrfach in kurzen Abständen hintereinander. Die Häutung dauert in der Regel ca. 10-14 Tage von den ersten Anzeichen an bis zum Abschluss. Während der Häutung empfehle ich keine Futtertiere anzubieten. Die Häutung wird in folgenden Stufen verdeutlicht:
1. Stufe
Der Königspython nimmt ein farbloses, ins Graue gehende Aussehen an. Die Bauchschuppen sind nun manchmal plötzlich zart rosa. Einige Tiere verweigern in diesem Stadium bereits die Nahrungsaufnahme.
2. Stufe
Die Augen werden milchig weiß und undurchsichtig; die Farben der Schlange erscheinen noch mehr abgeschwächt. Die Haut des Königspython ist zu dieser Zeit besonders verletzungsgefährdet, deshalb hält sich die Schlange für gewöhnlich sehr ruhig und verborgen. Die meisten Königspython fressen in dieser Stufe nicht mehr. Eine überzogene durchsichtige Hautschuppe führt dazu, dass das Auge des Königspython eine Trübung erhält und schränkt damit das Sehvermögen erheblich ein. Dies alles führt dazu, dass der Königspython oftmals scheu und schreckhaft reagiert.
3. Stufe
In dieser Phase steht die Häutung nun unmittelbar bevor. Die neue Hautschicht ist fertig ausgebildet. Das Auge wird wieder klar, der Körper zeigt noch immer unterdrückte Farben. Dieser Zustand kann 4-6 Tage andauern.
4. Stufe
Es ist soweit: Die alte Haut wird abgestreift. Dies fängt so an, dass der Königspython seinen Kopf an Einrichtungsgegenständen reibt. Hierdurch wird die Haut im Kopfbereich bereits gelöst und reißt an den Lippenkanten und über der Nase auf. Durch weiteres Reiben an Gegenständen oder auch an Terrariumwänden kriecht der Königspython quasi aus seiner alten Haut heraus und lässt diese umgekrempelt zurück. Ist die Häutung vollständig, findet man schließlich eine Rolle alter, faltiger Haut oder ein einziges Stück, das von einem Ende des Behälters zum anderen reicht.
Es sollte unbedingt vermieden werden, einer Schlange bei der Häutung „zu helfen“. Hierdurch können erhebliche Schäden verursacht werden, im schlimmsten Fall sogar das Ableben des Königspython selbst!
Wichtig für eine gute Häutung ist die Luftfeuchtigkeit im Terrarium. Zur Hilfe kann man allenfalls folgendes tun: Man nehme eine Plastikbox mit Lüftungslöcher. Auf den Boden kommen vier bis fünf Lagen Küchenpapier (trocken) rein. Darauf wird der Königspython abgelegt. Sodann wird zusammengeknülltes, trockenes Küchenpapier auf die Schlange gelegt und dann das Ganze mit lauwarmen Wasser besprühen. Achtung: Nur mit soviel Wasser besprühen, dass der Königspython nicht im Wasser baden muss. Sodann den Deckel auf die Plastikbox und ins Terrarium stellen. Am besten an einer Stelle, wo nach Möglichkeit die Temperatur in der Box nicht über 31°C ansteigt und unter 28°C sinkt.